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Die Türkei und Europa
Die Türkei wurde im Dezember 1999 offiziell ein Beitrittskandidat der EU. Und seit Oktober 2005 wurden offiziell die Beitrittsverhandlungen aufgenommen. Doch auch wenn der Beitritt der Türkei zur EU schon länger ein Thema ist, ist er gleichzeitig auch umstritten. Erstmals bewarb sich die Türkei 1959, für eine Mitgliedschaft in der EWG (Europäische WirtschaftsGemeinschaft). 1996 wurde zwischen der EU und der Türkei ein Zollabkommen eingeführt, seitdem in der Türkei das europäische Wirtschaftsrecht gilt. Weil das Land jedoch kein Vollmitglied ist, muss es dieses Recht zwar umsetzen, hat jedoch kein Mitspracherecht bei deren Gestaltung. Die Beitrittsverhandlungen / der Verlauf ist in den letzten Jahren durchaus abwechslungsreich gewesen. 1989 lehnte die EG den Antrag der Türkei auf Vollmitgliedschaft ab, 1997 entschied die EU, dass eine Mitgliedschaft durchaus in Frage käme. 1998 entschied die EU, dass unter anderem mit Zypern und Ungarn Verhandlungen aufgenommen werden sollten, was die Türkei zu der Entscheidung bewegte, die Verhandlungen abzubrechen.

Das die Türkei zwischenzeitlich wieder ein Beitrittskandidat ist liegt in den umfangreichen Reformen begründet, die in dem Land von statte gingen. Dies betrifft insbesondere Reformen im Zivilrecht, die die rechtliche Stellung der Frauen verbesserte. Auch weitere Maßnahmen, die im neuen Jahrtausend initiiert wurden, helfen dabei, die Kopenhagener Kriterien zu erfüllen – ein Muß für eine Vollmitgliedschaft der Türkei in der EU. So hat die Regierung 2002 ein ganzes Paket von Gesetzesänderungen vorgelegt, und eine Vielzahl der von Europa kritisierten Punkte wurden damit behandelt: Das Ende der Unterdrückung der kurdischen Minderheitsbevölkerung, die vollständige Abschaffung der Todesstrafe oder das Verbot der Folter sind einige Punkte.

Türken in Deutschland
In der Zeit des Wirtschaftswunders wurden in Deutschland Arbeitskräfte benötigt. Nach dem zweiten Weltkrieg fehlten insbesondere die männlichen Arbeiter, um das Land und die Wirtschaft wieder aufzubauen. Erst wurden Gastarbeiter aus Italien, Spanien und Griechenland akquiriert, seit 1961 wurde dann auch mit der Türkei ein entsprechendes Abkommen geschlossen. Zahlreiche der Gastarbeiter blieben länger, und holten auch ihre Familien mit ins Land. Heute lebt oftmals bereits die dritte Generation in Deutschland, und je nachdem wie die Integration in die deutsche Gesellschaft geglückt ist, fühlt sie sich auch heimisch. Jedoch ist dies nicht immer der Fall – meist unabhängig vom jeweiligen Umfeld kann sich eine Integration durchaus schwierig gestalten. So sieht man immer wieder, dass sogar die vor 40 Jahren eingewanderte Türken auch heute noch nicht der deutschen Sprache mächtig sind – einfach, weil die Notwendigkeit, diese zu erlernen, einfach nicht gegeben war. Gerade der Anteil an älteren Frauen, die kein richtiges Deutsch sprechen können, ist relativ hoch. Der Erfolg der Integration ist sehr abhängig vom jeweiligen Wohnort. In der ländlichen Region ist jeder gezwungen, die deutsche Sprache zu erlernen. Denn hier ist das soziale Umfeld nicht rein türkischstämmig, und die Auswahl an türkischen Läden, Ärzten etc. sehr begrenzt. In den Städten ist dies oftmals anders. Hier gibt es oftmals ganze Stadtviertel, in denen man sich ohne Problem auf Türkisch verständigen kann, und Schnittstellen zur deutschen Gesellschaft gibt es kaum.